ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
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[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Die Schafe sind ihren Hirten in Sachen Ökumene weit voraus.



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In der Rubrik Bücher stellen wir Literatur zu Ökumene, Kirchentag und Religion allgemein vor.



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[Foto: Lichtshow auf dem Kirchentag in Leipzig]
Gottesdienste können auch anders aussehen - wie diese Lichtshow auf dem Kirchentag in Leipzig zeigt.



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Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5283 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 7.611.924 Minuten (das sind 126.865 Stunden).




Presse20. 11. 2017
Bruder Paulus' Vision

Selbst in ökumenischen Kreisen ist nicht überall bekannt, dass die von evangelischen, katholischen und orthodoxen Theologen herausgegebene renommierte "Una Sancta"-Zeitschrift für ökumenische Begegnung auf einen Märtyrerpriester unter dem Naziregime zurückgeht: auf Max Josef Metzger (1887-1944). Der Augsburger Diözesanpriester war wie Dietrich Bonhoeffer Wegbereiter einer internationalen ökumenischen Friedensarbeit. Zu Metzgers geistigen Weggefährten gehörte unter anderen der Prior der Abtei Niederaltaich, Emmanuel Heufelder, mit dem er die ökumenische Vision teilte. Seit Pfingsten 1939 kamen im Christkönigsinstitut Meitingen die ersten großen ökumenischen Begegnungen der Kirchen in Deutschland zustande.

Auf dem Ökumenischen Kirchentag erinnern jetzt Vorträge und eine Ausstellung an den Institutsgründer Metzger. Der Ort: St. Josef im Berliner Stadtteil Wedding. In die dortige Tochtergründung "Piusstift" hatte sich Metzger nach den beiden ersten Verhaftungen in Bayern zurückgezogen. Der Theologe und Pazifist hatte bereits mitten im Ersten Weltkrieg, 1917, ein "internationales religiöses Friedensprogramm" entwickelt, das er Papst Benedikt XV. schickte, der ihm sehr zustimmend antwortete. Metzger war Mitbegründer des Friedensbundes deutscher Katholiken, Gründer der "Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz" (1919), dem späteren Christkönigsinstitut, und der Bruderschaft "Una Sancta" (1938) und nahm als Beobachter 1927 an der ersten Weltkirchenkonferenz für "Glauben und Kirchenverfassung" in Lausanne teil.

1932 schrieb er an Papst Pius XI. hellsichtig und mit mahnender Stimme gegen das hemmungslose Wettrüsten, "das binnen kurzem die Katastrophe eines neuen Weltkrieges unabwendbar machen" werde. Mehrfach, im Januar 1934 und von November bis Dezember 1939, war er inhaftiert. Ein Friedensmemorandum an den lutherischen Bischof von Uppsala, das er gutgläubig einer vermeintlichen Mitarbeiterin, die aber Agentin der Gestapo war, anvertraut hatte, brachte ihn am 29. Juni 1943 zum drittenmal ins Gefängnis, dann vor den Volksgerichtshof.

Am 17. April 1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet, sein geistliches Testament, die "theologische Abhandlung" über die Kirche, verfasst zum 25. Gründungsjubiläum seiner Gemeinschaft am Herz-Jesu-Fest 1944, konnte er vollenden. Er hatte es weitgehend in der Todeszelle mit gefesselten Händen geschrieben. Das Fest selbst erlebte er nicht mehr. Die Abhandlung hat man später als eine Art Vorausbild von "Lumen Gentium", der Kirchen-Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, bezeichnet.

Seine Briefe, Gedichte und Lieder aus der Gefangenschaft sind in drei Auflagen im Kyrios-Verlag erschienen. Eine neu konzipierte vierte Auflage mit Dokumentationsteil hat die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Augsburg übernommen.

Metzger hatte frühzeitig erkannt, dass der Frieden der Völker untrennbar mit der Einheit der Christen und sozialer Gerechtigkeit verbunden ist – eine ökumenische Gesinnung, die heute aktueller ist denn je. Noch zuletzt hatte er aus der Todeszelle bekräftigt, dass sein Einsatz für die Una Sancta wie der Aufbau der Christkönigsgesellschaft demselben Dienst für die Einheit der Kirche gelte. So hatte Metzger schon Jahre vor der Gründung der "Katholischen Aktion" die Laien zur Mitarbeit bei der Suchtkrankenfürsorge aufgerufen.

Metzger ist auch "Erfinder" des Säkularinstituts. Er hat wesentlich an dessen kirchenrechtlicher Konstruktion mitgearbeitet. Seiner "Missionsgesellschaft" hat er 1925 nach der Proklamation des Christkönigsfestes – im Sinne seines Verständnisses von Friedensarbeit – den Namen "Christkönigsgesellschaft", später "Christkönigsinstitut" gegeben. Seit 1969 Säkularinstitut, spricht es Laien aller Berufe und Stände an, die durch Übernahme apostolischer Aufgaben für die Ziele des Instituts tätig sind. Ein innerer Kreis ist durch Gelübde gebunden. Seit 1927 befindet sich das Institut in Meitingen bei Augsburg, weil die Caritas dort eine Trinkerheilstätte der Gemeinschaft anvertraut hatte. Metzger verlegte die Zentrale von Graz dorthin und leitete als einfacher "Bruder Paulus" seine Gemeinschaft.

1939 hat er aus dem Gefängnis in einem Brief an Papst Pius XII. die Einberufung eines Ökumenischen Konzils angeregt. Die Vorbereitung dazu sollte in Assisi stattfinden. Er war überzeugt, dass nur die Einheit der Christen wahren Frieden schaffen könne. Den Nazis galt die Mobilisierung der beiden großen Kirchen als subversiv: Mit einer Postwurfsendung an alle evangelischen Pfarrer Deutschlands – "Im Herrn geliebte Mitbrüder!", so die Anrede – war das erste ökumenische Treffen Pfingsten 1938 zustande gekommen, 1940 folgte das zweite, schon ging es um eine erste Annäherung unter den Kirchen, wegen des großen Erfolges gab es bereits im November in Berlin eine Wiederholung, man hatte sich bereits dem schwierigen Terrain des Begriffs "Kirche" genähert, und Metzger war der Motor, der Moderator. Die Una-Sancta-Kreise breiteten sich in ganz Deutschland aus. Die Gestapo war alarmiert, eben weil es nicht nur um interne theologische Kirchenprobleme ging, sondern weil eine daraus sich abzeichnende Einheit der Christenheit mit dem Willen zum Frieden und zur sozialen Gerechtigkeit für alle Völker einherging.

Die Denkschrift, die ihn schließlich aufs Schafott brachte, hatte er kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges verfasst. Darin trat er für christliche, demokratische, soziale und rechtsstaatliche Grundsätze beim künftigen Aufbau des deutschen Staates, seine Einbindung in ein vereintes Europa und für die Ausschaltung der Nationalsozialisten von politischer Betätigung nach dem Zusammenbruch ein.

Die damalige Generalleiterin Martha Reimann und ihre Mitschwester Herta Figelius haben nach dem Krieg mit der Gründung des Verlages Metzgers Visionen tatkräftig umgesetzt: Die Una-Sancta-Treffen wurden ergänzt durch Rundbriefe, die im Kyrios-Verlag Meitingen erschienen. Sie sind als Vorläufer der heutigen Zeitschrift anzusehen. In ihnen wurde breit über ökumenische Aktivitäten berichtet.

Heute hat das Institut rund hundert Mitglieder. Die Schwerpunkte der sozial-apostolischen Einsätze des Instituts liegen beim Aufbau von Werken im Dienste sozialer Gerechtigkeit und Achtung der Menschenwürde in Lateinamerika (Argentinien und Chile), im Nahen Osten (Libanon und Heiliges Land) und in Afrika (Uganda).

Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten ermöglicht das Christkönigsinstitut weiterhin das Erscheinen der Zeitschrift "Una Sancta", die sich auch als ein Forum des Dialogs zwischen den Kirchen des Westens und des Ostens versteht. Die Schriftleitung der im Kyrios-Verlag erscheinenden Zeitschrift hat nun nach P. Gerhard Voss, Rektor des Ökumenischen Instituts der Abtei Niederaltaich, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern, Elisabeth Dieckmann, übernommen. Unter den Autoren sind Hans-Martin Barth, Heinrich Döring, Dagmar Heller, Manfred Marquard, Thomas Bremer und Damaskinos Papandreou vom Centre Orthodoxe in Chambésy bei Genf.

Ein privat gestifteter Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis für ökumenisches Engagement wird nun zum sechsten Mal verliehen: Diesmal an das Meitinger Institut und an den russisch-orthodoxen Erzpriester und Theologieprofessor Wladimir Iwanow. Er erhält ihn für die von ihm herausgegebene, in Berlin erscheinende deutsche orthodoxe Zeitschrift des Moskauer Patriarchats "Stimme der Orthodoxie". Das Blatt eröffnet evangelischen und katholischen Christen einen Einblick in die russische Spiritualität, erinnert an bedeutende ökumenische Theologen Russlands und informiert über die offizielle russisch-orthodoxe Kirchenpolitik.

Autor: Claudia Schneider
Quelle: Rheinischer Merkur
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[Foto: Bischof Huber]
Der Berliner Bischof Huber feierte den Eröffnungsgottesdienst vor dem Brandenburger Tor.


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In der Rubrik Tagesberichte erzählen alle Kirchentagsfahrer unserer Schule von ihren Erlebnissen und Erfahrungen auf dem Ökumenischen Kirchentag und versuchen, ihn begreifbar zu machen.



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Kaum zu übersehen war die Werbung für den ÖKT - aber leider nur in Berlin.



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[Grafik: Sondermarke des Ökumenischen Kirchentages]
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[Foto: Programmheft des Ökumenischen Kirchentages]
720 Seiten umfasste allein das Programm des ÖKT. Lesen kannst du es auf der Webseite des Ökumenischen Kirchen- tages.



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Insgesamt fuhren 25 Lernende oder Lehrende des ÖG nach Berlin. Davon sind 20 Schülerinnen, drei Schüler und zwei Lehrer.
Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


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2. Timotheus 2, 22


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