ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
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[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Die Schafe sind ihren Hirten in Sachen Ökumene weit voraus.



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[Foto: Lichtshow auf dem Kirchentag in Leipzig]
Gottesdienste können auch anders aussehen - wie diese Lichtshow auf dem Kirchentag in Leipzig zeigt.



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Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5380 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 7.750.890 Minuten (das sind 129.181 Stunden).




Presse25. 2. 2018
Babylon liegt an der Spree

Der Hackesche Markt ist das Nadelöhr zu Berlin-Mitte. Hier gehen sie alle durch, die Touristen, gestressten Stadtmenschen, Flaneure. Kein Schild deutet in diesem Gehetze auf Oasen der Ruhe hin. Einige Ecken weiter haben sich die Sikhs in einem Hinterhof eingerichtet. Es riecht nach Zimt und Kichererbsen. Hier versammeln sie sich auch zum Gottesdienst. Die Männer tragen imposante Turbane, unter denen sie ihr Haar zusammengerollt haben. Der hypnotisch wirkende Gesang hängt im Kellergewölbe wie ein schweres Parfüm. Verborgen unter dem Baldachin ruht der Granth Sahib, das heilige Buch der Sikhs. Vor der Gruppe der Gläubigen sitzt Kim Harib. Wie viele der Sikhs arbeitet er in einem indischen Imbissladen. Und wie viele andere ausländische Gläubige hier lebt er ein religiöses Leben im Verborgenen. An Orten, wo keine Stadtführung je hinkommt.

Am U-Bahnhof Kottbusser Tor sitzt die sunnitische Moschee Mevlana Camii wie eine steinerne Kröte auf dem Dach eines Supermarktes. Die Freitagsprozession von bärtigen Männern und verschleierten Frauen beeindruckt selbst die ansässigen vietnamesischen Zigarettenverkäufer. Nicht nur die Zahl der Moschee-Gänger wächst. Rund um die Oranienburger Straße, das pochende Herz von Kreuzberg, ist das Mit- und Nebeneinander von Glaubensgemeinschaften besonders dicht. Man trifft sich in der Teestube, am Gewürzmarkt oder im Gebetssaal. In Helal-Läden hängen ausgeblutete Lämmer, Hammel und Kälber an der Decke. An den Hauswänden finden sich neben Annoncen für Korankurse hebräische, arabische und russische Zeichen. Lettern in Sanskrit, Hindi und Singhalesisch. Für manche sind sie rätselhaft, verwirrend – oder vertraut. Ein steinernes, aber offenes Buch für den, der es zu lesen weiß. Tempel, Moscheen und Schreine liegen gut versteckt in Hinterhöfen, zwischen Lebensmittelläden oder in Grünanlagen. Babylon ist hier. In dieser Ecke ist während des Ökumenischen Kirchentages auch das "Begegnungszentrum Christen und Muslime" und das "Lehrhaus Judentum für Christen" zu finden.

Ortswechsel. Im Schloss Sommerswalde am Rande von Berlin befindet sich ein Kuriosum. An diesem idyllischen Fleck trifft der Besucher auf das einzige buddhistische Kloster in Ostdeutschland. Seit drei Jahren leben in diesem Gebäude, das ein wenig wie die Miniaturausgabe des Reichstages aussieht, Nonnen, Mönche und buddhistische Laien mit ihren Lehrmeistern nach den Regeln des Buddhismus. Unter dem Dach des Schlosses, in dem sich zu DDR-Zeiten das Ausbildungsheim der FDJ befand, leben Menschen mit oft windungsreichen Lebensläufen.

Mönch Losan Tashi ist einer von ihnen. Der orange gewandete Mann ist in einem katholischen Kinderheim in der DDR aufgewachsen und heute für die Öffentlichkeitsarbeit des Klosters zuständig. Die Bewohner von Schwante haben sich nach anfänglichem Unbehagen an die Mitbewohner gewöhnt. Die Mönche stehen in engem Kontakt mit dem "Buddhistischen Haus" in Fronau, das vor beinahe 80 Jahren vom Berliner Arzt und Schriftsteller Paul Dahlke errichtet wurde. Beide Orte sind Anlaufstellen für Menschen, die sich wund gerieben haben am Großstadtalltag.

Berliner Hindus sieht man kaum auf öffentlichen Plätzen. Im Stadtteil Neukölln haben sie ihre heiligen Schreine in einem Keller versteckt. Einmal im Jahr jedoch schleppen sie ihren 250 Kilogramm schweren Halbgott Muruga aus der Unterwelt ans Tageslicht und tragen ihn unter den Augen vieler Schaulustiger durch die Straßen des Viertels. Auch für die Hindus stellt der Zuzug von fremdsprachigen Gläubigen eine Chance dar. Wie viele andere Glaubensgemeinschaften der Stadt haben sie immer schon vom Zustrom aus anderen Regionen gelebt.

München hat schmuckere Moscheen als Berlin, doch nirgends in Deutschland ist die Zahl der Religionen, Sekten und Kulte größer als in der Hauptstadt. Und die religiös-spirituelle Angebotspalette wächst ständig. Die nahende Osterweiterung wird diesen Trend noch verstärken. Wer sich in Berlin auf die Spur nach dem Multireligiösen macht, begibt sich auf eine faszinierende Reise durch mehrere Länder und Zeitzonen. In der Moschee der Sufi-Mystiker, die stündlich nach Allah rufen, fühlt man sich wie auf einen fernen Planeten versetzt. Wenn koptische Christen aus Ägypten in der Lichtenberger Gemeinde St. Antonius ihre Choräle in der Sprache der Pharaonen anstimmen, fällt der Besucher in eine andere Zeit. Oft holt einen nur der über allem ragende und nervös blinkende Fernsehturm in die Gegenwart zurück, mitten nach Berlin – der "Stadt der vielen Götter".

Autor: Vera Rüttimann
Quelle: Rheinischer Merkur
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[Foto: Henning Scherf]
Der amtierende Bremer Bürgermeister Henning Scherf gestaltete den Kirchentag mit.


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[Foto: Plakatwerbung des Ökumenischen Kirchentages]
Kaum zu übersehen war die Werbung für den ÖKT - aber leider nur in Berlin.



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[Grafik: Sondermarke des Ökumenischen Kirchentages]
Der Ökumenische Kirchentag bekam eine eigene Sondermarke zu 55 Cent.



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Alle, die eine Veranstaltung auf dem ÖKT 2003 nicht besuchen konnten oder den Text nochmal nachlesen möchten, können sich viele der Beiträge auf der offiziellen ÖKT-Webseite ansehen, herunterladen oder ausdrucken.



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[Foto: Programmheft des Ökumenischen Kirchentages]
720 Seiten umfasste allein das Programm des ÖKT. Lesen kannst du es auf der Webseite des Ökumenischen Kirchen- tages.



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Insgesamt fuhren 25 Lernende oder Lehrende des ÖG nach Berlin. Davon sind 20 Schülerinnen, drei Schüler und zwei Lehrer.
Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


Leben
Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
1. Timotheus 2, 4


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