ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
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[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Die Schafe sind ihren Hirten in Sachen Ökumene weit voraus.



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In der Rubrik Bücher stellen wir Literatur zu Ökumene, Kirchentag und Religion allgemein vor.



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[Foto: Der diesjährige Kirchentag wurde am Brandenburger Tor eröffnet]
Der diesjährige Kirchentag wurde am und ums Brandenburger Tor mit einem Gottesdienst eröffnet. Zu dem anschließenden „Abend der Begegnung“ fanden sich Unter den Linden 400.000 Menschen ein.



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Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5380 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 7.750.881 Minuten (das sind 129.181 Stunden).




Presse25. 2. 2018
Langer Weg: In Augsburg brach der Frühling an

Die 7500 Teilnehmer des Ökumenischen Pfingsttreffens in Augsburg 1971 waren begeisterte Ökumeniker aus konfessionell gemischten Familien, evangelisch-katholischen Arbeitskreisen und ökumenischen Instituten. "Verrückt die Konfessionen" – so lautete ein wortspielreiches Spruchband beim Abschlussgottesdienst im Stadion. Viele träumten von einer "Kirche ohne Konfessionen". Einige nahmen diese Einheit vorweg und zelebrierten gegen das Verbot des katholischen Augsburger Bischofs eine gemeinsame Eucharistie-/Abendmahlsfeier. In den sechs Arbeitsgruppen waren zwar die konfessionellen Prägungen und Positionen durchaus noch spürbar, aber insgesamt gingen die Fronten ernster Meinungs- und Glaubenskämpfe quer durch die Konfessionen, sodass sich die so genannten Progressiven und Konservativen aus jeder Kirche oft einander näher standen, als es ihr Verhältnis zur jeweils anderen Gruppe in der eigenen Kirche war.

Der Augsburger Tagungsstil war eine Mischung von offener Kirchentagsstimmung und halboffener Arbeitstagung. Die Gespräche in zahlreichen Diskussionsgruppen wurden enthusiastisch geführt und endeten im Plenum jeder Arbeitsgruppe, die zahlreiche "Resolutionen" mit konkreten Adressaten hatten wie den Rat der EKD, die katholische Deutsche Bischofskonferenz, die Gemeinden, die kirchlichen Verbände und auch die säkulare Öffentlichkeit.

Bei den sechs Themen – Glaubensnot, Gottesdienst, Ehe, individuelle Lebenshilfe, Ausländer und Entwicklung – fragte man weniger Auge in Auge, wie katholisch die Protestanten und wie evangelisch die Katholiken sind oder geworden sind, sondern man schaute gemeinsam auf die Menschen mit ihren Fragen und Sorgen und auf die Gesellschaft mit ihren Herausforderungen für die Christen und die Kirchen.

Die Aufbruchstimmung war phantastisch. Das Gefühl, die in Augsburg versammelte "Basis" sei ökumenisch weiter als die zögerliche und bremsende "Amtskirche", beflügelte vor allem die katholischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich pioniermäßig vom Heiligen Geist geführt sahen und im Konflikt mit lehramtlichen, kirchenrechtlichen oder bischöflichen Weisungen in ihrer Kirche dann hoffnungsvoll von einem "vorweggenommenen Gehorsam" sprachen. Augsburg 1971 war ein "ökumenischer Frühling".

Zum Frühling gehören freilich auch Gewitter und die Eisheiligen. Das Gewitter entlud sich in einem heftigen innerkatholischen Donnerwetter über die "Interkommunion" und über die vielen Resolutionen, die am lehramtlichen Gefüge der katholischen Kirche rüttelten und mehr ökumenische Offenheit zum Beispiel bei ökumenischen Gottesdiensten, bei der Eucharistiegemeinschaft und bei Dispensregelungen für konfessionsverschiedene Ehen forderten. Katholische Bischöfe meinten, viele Teilnehmer in Augsburg seien nicht nur von allen guten Geistern, sondern auch vom Heiligen Geist verlassen, wenn sie, vielleicht ungewollt, aber faktisch an den Kirchen vorbei, auf eine eigene ökumenische "dritte Konfession" zusteuerten, die das konfessionelle Problem nicht heilen, sondern nur vergrößern würde. Mit diesem Argument wurde fortan, teilweise auch in den evangelischen Kirchen, auf die ökumenische Bremse getreten und zur Geduld gemahnt.

Eine ökumenische Siebenschläferzeit brach an, in der die Ökumeniker unverdrossen ihre theologischen Dialoge weiterführten und die "Basis" unbekümmert eine geregelte ökumenische Zusammenarbeit und vielerorts auch eine "offene Kommunion" praktizierte, während die Leitungen der Kirchen einerseits vor ökumenischem Wildwuchs warnten und andererseits die immer noch vorhandene Schar der konfessionell selbstgenügsamen Christen und Gemeinden zu mehr ökumenischer Offenheit ermahnten. Es zeigte sich: Die Konfessionen bleiben, aber Verketzerungen unterbleiben. Das Gemeinsame im Glauben ist stärker als das, was die Konfessionen trennt.

Eisheilige und Siebenschläfer scheinen jetzt vorbei zu sein. Man kennt einander, man respektiert einander. Man weiß, dass es bei den klassischen evangelisch-katholischen Kontroversen über das Kirchen-, Sakraments- und Amtsverständnis in absehbarer Zeit keinen ökumenischen Durchbruch zu einer vollen Kirchengemeinschaft geben wird. Aber man hofft auf einen neuen Aufbruch zu mehr ökumenischer Gemeinschaft als bisher. Mit dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 beginnt gewissermaßen ein "ökumenischer Sommer" mit einer Reihe von kleinen Ernten.

Die "Charta Oecumenica" für die Zusammenarbeit der Kirchen in Europa wird in Berlin von nahezu allen Kirchen in Deutschland feierlich unterzeichnet. Hier handelt es sich nicht um Empfehlungen, sondern um "Selbstverpflichtungen" der Kirchen. Eine Resolution in Augsburg 1971 forderte dazu, möglichst alles gemeinsam zu tun, was nicht unbedingt getrennt getan werden muss. Mit der Charta Oecumenica verpflichten sich die Kirchen jetzt genau dazu: "Wir verpflichten uns, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens oder größere Zweckmäßigkeit dem entgegenstehen." Nicht das gemeinsame Tun muss gerechtfertigt werden, sondern der konfessionelle Alleingang.

Wenn das ernst genommen wird und nicht nur als Unterschrift der "Amtskirche" auf dem Papier steht, sondern von der "Basis" in den Gemeinden praktiziert wird, kann vom "ökumenischen Sommer" nach dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin noch einiges Revolutionäre erwartet werden.

Der Autor ist Professor für Systematische Theologie und war langjähriger Leiter des Konfessionskundlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Autor: Reinhard Frieling
Quelle: Rheinischer Merkur
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[Foto: Karl Kardinal Lehmann]
Kardinal Lehmann feierte am 1. Juni vor dem Reichstag den Schlussgottesdienst.


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[Foto: Plakatwerbung des Ökumenischen Kirchentages]
Kaum zu übersehen war die Werbung für den ÖKT - aber leider nur in Berlin.



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[Grafik: Sondermarke des Ökumenischen Kirchentages]
Der Ökumenische Kirchentag bekam eine eigene Sondermarke zu 55 Cent.



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[Foto: Programmheft des Ökumenischen Kirchentages]
720 Seiten umfasste allein das Programm des ÖKT. Lesen kannst du es auf der Webseite des Ökumenischen Kirchen- tages.



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Insgesamt fuhren 25 Lernende oder Lehrende des ÖG nach Berlin. Davon sind 20 Schülerinnen, drei Schüler und zwei Lehrer.
Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


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Jesaja 66, 13


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