ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
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[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Die Schafe sind ihren Hirten in Sachen Ökumene weit voraus.



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[Foto: Menschenmenge auf einem Kirchentag]
Loveparade? - Nein, Kirchentag!



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Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5613 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 8.087.321 Minuten (das sind 134.789 Stunden).




Presse16. 10. 2018
Gebet und Popmusik

Mehr als 100 000 junge Menschen stehen vor dem Brandenburger Tor und schauen gebannt auf die Bühne. Verzückt lauschen sie den Klängen, ihre Körper bewegen sich rhythmisch zur Musik. Applaus brandet auf und hallt minutenlang wider in der überfüllten Straße des 17. Juni. Doch nicht Robbie Williams, Eminem oder Tatu versetzten die Massen in Ekstase – nein, es war der Eröffnungsgottesdienst des Ökumenischen Kirchentags.

Fast 40 Prozent der knapp 200 000 Dauerteilnehmer waren unter 30 Jahren; viele von ihnen engagierten sich als freiwillige Helfer. Aus ganz Deutschland sowie 90 weiteren Ländern kamen sie angereist – und ließen sich begeistern. „Uns gefällt es super hier“, strahlten die 16-jährigen Freundinnen Frauke Rumpf, Natascha Büttner und Nicole Schwedes aus der katholischen Gemeinde Warburg bei Kassel. Mareike Daxner vom Kirchenkreis Bleckede in der Lüneburger Heide, ebenfalls 16, findet es „toll, dass es so viele unterschiedliche Veranstaltungen gibt“.

Auftritt des Kanzlers

Die Veranstalter dankten für diesen Enthusiasmus mit einer Vielzahl adäquater Angebote. Schon der Auftakt setzte ein Zeichen: Nicht nur Kirchenchöre und Posaunen sorgten für musikalische Untermalung, sondern auch Gospel- und Rap-Einlagen. Die Orientierung an den jungen Teilnehmern zog sich durch weite Teile des Programms. Selbst der Bundeskanzler stellte sich, ehe er Richtung St. Petersburg entschwand, der Jugend in einem eigenen, gründlich inszenierten Diskussionsforum. Obwohl die fünf „jugendlichen“ Redner zwischen 25 und 35 waren, ernteten ihre Fragen – aber auch die Antworten Schröders – tobenden Applaus der meist unter 20-jährigen Zuhörer.

Auch Veranstaltungen zu Themen wie Wiedervereinigung, Terrorgefahr, Menschenwürde sowie Globalisierung und Arbeitsmarkt wurden von den Jüngeren besucht, obwohl es viele von ihnen eher auf die „freien Plätze“ zog. „Auf der Messe fühle ich mich nicht angesprochen“, sagte der 16-jährige André Pippert aus der katholischen Pfarrgemeinde Weilburg in Hessen. Doch seine Freunde Tim Liesebach und Marvin Froemer, beide 18, sahen das anders: „Die Redner und auch viele Themen sind sehr gut ausgewählt.“

Es war eben für jeden etwas dabei, denn: „Das Programm wurde nicht nur für Jugendliche entwickelt, sondern mit ihnen zusammen“, stellte Hans- Joachim Meyer, katholischer Präsident des Kirchentages, klar. Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (AEJ) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) feilten die Planer intensiv an den passenden Veranstaltungen.

Das Glanzlicht der Kooperation und ein Beweis ihrer Fähigkeit, die heranwachsende Generation anzusprechen, stellte das Zentrum Jugend auf dem Areal des Tempodroms dar. Nicht nur Angelika Nagel und Christian Ott aus dem Schwarzwald, beide 23, bekräftigten: „Die Auswahl ist optimal auf uns und unsere Interessen abgestimmt.“ In der anvisierten Klientel galt es als rundweg gelungen und war für sie die erste Adresse. Begeistert nutzten sie die Einrichtungen für Basketball, Volleyball oder Fußball und den „High Jump“, ein Trampolingerüst mit Bungeeseilen, sowie den „Chilling-Pool“.

Zweikampf am Euter

Auch die Ansätze, spielerisch an christliche Themen heranzugehen, kamen an. Ein Beispiel war der „Gebetsgarten“ der baptistischen Bibelschule Elstal. Dieses Labyrinth durch die Fragen des Glaubens bestach durch seine vielen liebevollen Accessoires wie Lollis mit Bibelsprüchen. Einen ähnlichen Weg verfolgte die Landjugend mit einem Melkspiel. Naturverbundene Teilnehmer konnten in einem Zweikampf an einem künstlichen Euter ihre Fingerfertigkeit erproben.

Auch an anderen Veranstaltungsorten überwog das Unkonventionelle. So animierte der Bundeskurator der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, deren Zeltlager 350 Mitgliedern eine Schlafstätte sowie einen sieben Meter hohen Jurten-Dom bot, seine Schäfchen zur Eigeninitiative: „Jeder kann Segen spenden.“ Weitere ungewöhnliche Elemente fanden sich im Innenhof der übervollen St.-Lukas-Kirche, wo die Kasseler Kirchengemeinde zum „Wheel of Confession“ einlud. An dieser Kombination aus „Glücksrad“ und „Wer wird Millionär?“ konnte Jung und Alt Bibelwissen testen.

Und auf dem Boulevard Unter den Linden griffen Geistliche auch schon mal zur Gitarre. Mit christlicher Popmusik begeisterte ein ökumenisches Trio aus Bayern sein Publikum. Gerd Roßner von der lutherischen Kirche St. Thomas, Nürnberg, schwärmte: „Wenn man die Kraft des Evangeliums und des Rock 'n' Roll verbindet, dann kann man eine ganz tiefe Leidenschaft entfachen.“

Die unzähligen Musikangebote – zumeist jenseits von Kirchenchören – bildeten in der Tat die Klammer für die Jugend. Zu Zehntausenden besuchten sie die Konzerte, unter anderen mit B3, Beatbetrieb, Pur, Kathy Kelly und den Prinzen. Einige erklärten ganz unverblümt: „Wir wollen nur die Stadt sehen, ein wenig feiern und das Wetter genießen.“ Doch das waren die Ausnahmen. Die meisten Jugendlichen kamen nicht nur wegen des Amüsements nach Berlin – obwohl dies für sie das Salz im Kirchentagsprogramm war.

„Natürlich bin ich auch hergekommen, um Spaß zu haben“, sagt die 18-jährige Susanne Schütte, eine Katholikin aus Siegen. Ihre evangelische Freundin Johanna Kammler, 15 Jahre alt, ergänzt: „Aber für uns ist es genauso wichtig, dass wir die Gemeinschaft der Christen erleben.“ Dieses Wir-Gefühl, das war für fast alle Jugendlichen der Antrieb für die oft lange Anreise – selbst für jene, die vor allem die aufregende Hauptstadt besuchen wollten.

Scouts beim Einsatz

Für Jüngere ist es oft schwer, ihren Glauben vor Gleichaltrigen zu vertreten. Die 20-jährige Lea Meyer und ihre Freundin Martina Behling, beide aus Cloppenburg, erzählen schmunzelnd: „Einige Freunde haben gedacht, beim Kirchentag geht es ganz konventionell zu. Die konnten gar nicht verstehen, warum wir hinfahren.“ Ihr gleichaltriger Begleiter Hendrik Frerichs setzt hinzu: „Oder sie haben uns gefragt, ob wir denn auch jeden Sonntag in die Kirche gehen.“ Was übrigens keiner der drei tut. Sie finden, dass man nicht regelmäßig in die Kirche gehen muss, um an Gott zu glauben.

„Ich bemühe mich anderweitig, eine gute Christin zu sein“, sagt Ria Glewe, eine 18-jährige Protestantin aus dem schleswig-holsteinischen Angeln. Doch was bedeutet es für Jugendliche, nach christlichen Werten zu leben? Ihr Kirchenkreis-Freund Ulfpeter Schütt, 17 Jahre, präzisiert: „Glaube, Hoffnung, Liebe – das sind für mich die wichtigsten Botschaften der Bibel.“

Andere nennen Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, so Janine Stephan (15) und Sebastian Weiß (17) aus dem pfälzischen Frankenthal, die als freiwillige Helfer im Gehörlosenzentrum arbeiteten. „Als Pfadfinderin wird man sowieso auf den richtigen Weg gebracht“, erinnert Janine an die klassischen Werte der Scouts.

Konfession kein Thema

Hoch im Kurs stehen bei Schülern und Studenten Offenheit und Toleranz. Schon jetzt leben sie ganz selbstverständlich Ökumene. So fuhren bei einer evangelischen Gruppe aus dem rheinischen Neuss bei Düsseldorf auch Katholiken mit. Bei den 38 Angereisten, die neben ihrem Eifer auch selbst gebastelte Heiligenscheine mitbrachten, lautete der Tenor: „Die Frage nach der Konfession ist kein Thema bei uns. Zwischen den Menschen gibt es keine Unterschiede.“ Und sie meinen damit alle Erdbewohner, und nicht nur Christen verschiedener Pfade. Schröders „Bild der multiplen Welt“ ist bei vielen Jugendlichen fest verankert.

Die meisten leben bereits nach dem Motto des Kirchentages „Ihr sollt ein Segen sein“. Mit ihrer Offenheit, Anteilnahme und Spontaneität sind sie ein Segen – für die Ökumene und die ganze Gesellschaft.

Autor: Heike Hamboch
Quelle: Rheinischer Merkur
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Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


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