ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
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[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Die Schafe sind ihren Hirten in Sachen Ökumene weit voraus.



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[Foto: Abschlussgottesdienst 1981 im Berliner Olympia-Stadion]
Auf dem letzten Berliner Kirchentag (1981) vor dem ÖKT fand der Abschlussgottesdienst im Olympia-Stadion statt.



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Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5469 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 7.880.172 Minuten (das sind 131.336 Stunden).




Presse25. 5. 2018
Christen sind Akteure

Die politischen Themen der Gegenwart waren auf dem Kirchentag überall präsent – von der Agenda 2010, die Bischof Wolfgang Huber in seiner Himmelfahrtspredigt verteidigte, bis zum Zuwanderungsgesetz, das Bundespräsident Johannes Rau anmahnte. Es geht um die Zukunft Europas, der sich Bundeskanzler Gerhard Schröder ebenso wie Bundesaußenminister Joschka Fischer stellen. Aber auch um die Glaubwürdigkeit christlicher Politiker, für die Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff in seiner Bibelarbeit einsteht.

„Der Zusammenhang von Demokratie, Frieden, weltweiter Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung wird auf diesem Kirchentag greifbar“, stellte seine evangelische Präsidentin Elisabeth Raiser fest. Ihr katholischer Kollege Hans-Joachim Meyer sieht in dem Ökumenischen Kirchentag ein „Gegensignal gegen die oft beklagte Oberflächlichkeit des politischen Geschäfts im heutigen Deutschland“.

Kein politisches Thema steht wirklich im Mittelpunkt. Auch der Irak-Krieg nicht. Das gilt auch für die Globalisierung, obwohl man eine kleine Protestveranstaltung am Brandenburger Tor organisiert. Das Interesse der Teilnehmer an den politischen Veranstaltungen gilt durchaus dem breit gefächerten Angebot. Endlich gibt es die Gelegenheit, Fragen an kompetente Vertreter der Politik zu stellen, sich aus erster Hand zu informieren.

Was in der Politik Rang und Namen hat, ist auf das Messegelände gekommen. Die Agora, eine Mischung aus (evangelischem) „Markt der Möglichkeiten“ und (katholischer) „Kirchenmeile“ bietet die Möglichkeit des Gesprächs. Das halbe Bundeskabinett ist vor Ort. Die Opposition ist ebenfalls reichlich vertreten. Selbst die PDS hat einen Stand aufgebaut, an dem sich ihre christliche Arbeitsgemeinschaft vorstellt.

Und bitte ein Autogramm!

Es ist beeindruckend, mit welchem Freimut diskutiert wird. Oft auch mit Leidenschaft, kaum mit Aggression. Nicht selten verabschieden sich Jugendliche mit der Bitte um ein Autogramm. Manches Programmheft dürfte für Autogrammsammler wertvoll sein.

Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU lädt zu einer Veranstaltung in die „Urania“, weitab vom Messegelände. Das Thema lautet: „Die Union und die Ökumene“. 800 Personen fasst der größte Saal. Er ist viel zu klein. Hunderte von Interessenten erhalten eine Absage. Das liegt am Referenten Helmut Kohl, der die Bedeutung der Ökumene für die Arbeit der Union unterstreicht und dem EAK den guten Ratschlag gibt, sich stärker als bislang innerhalb der Partei Gehör zu verschaffen. Am Abend bitten CDU-Chefin Angela Merkel und der EAK-Vorsitzende Jochen Borchert zum Empfang in das Konrad-Adenauer-Haus. Mehr als 500 Gäste kommen.

Die Messehallen, in denen auf den Podien und mit den Zuhörern politische Themen diskutiert werden, sind durchweg gut besucht, zum Teil sogar überfüllt. Wo gibt es das sonst: Hunderte, ja Tausende harren in heißen Hallen auf unbequemen Papphockern eine oder zwei Stunden aus, um zuzuhören, abzuwägen, mitzudiskutieren? Karl Kardinal Lehmann macht unter diesen Teilnehmern nicht Optimismus, wohl aber Zuversicht als Grundstimmung aus: „Der Unterschied liegt darin, dass die Zuversicht sehr nüchtern Schwierigkeiten ins Auge fasst, dennoch die Oberhand behält und begründeten Mut für die Zukunft schafft. Genau dies braucht unser Land, dass wir aus einer Stimmung der Frustration und Resignation befreit werden und uns selber wieder mehr zutrauen.“

Die Politiker wissen, dass dieser Ökumenische Kirchentag auch ein „politisches Ereignis“ ist, so Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Politisches Ereignis deshalb, weil spürbar wird, dass sich die Christen einbringen wollen in die nachhaltige Gestaltung der Gesellschaft, dass ihnen die Entwicklung des Staates nicht gleichgültig ist und sie um ihre Verantwortung für die künftigen Generationen wissen. Längst haben sie durchschaut, dass es keine einfachen Lösungen gibt und ohne Einschränkungen nicht abgehen wird.

Auf dem Ökumenischen Kirchentag hat mancher Parteistratege umdenken müssen. Nicht Versprechungen zählen, sondern Lösungsvorschläge. Nicht Vereinfachungen sind gefragt, sondern Erklärungen. Die Politiker haben einen Vertrauensvorschuss, aber sie müssen ihm auch gerecht werden. Vor allem die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer haben ein feines Gespür für Aufrichtigkeit.

Forum für neue Ideen

Stefan Vesper fasst das aus seiner Sicht so zusammen: „Wir Christen sind nicht Zuschauer, sondern Akteure. Wir tragen Mitverantwortung für Staat und Politik, für Wissenschaft und Kultur, für Wirtschaft und für eine gerechte Sozialordnung. Der Ökumenische Kirchentag ist ein klares Signal gegen eine Ohne-mich-Haltung. Gegen die Zuschauermentalität vieler Menschen in dieser Gesellschaft.“ Aus der Sicht von Kirchentags-Generalsekretärin Friederike Woldt ist das Christentreffen ein „Forum für neue Ideen, für Visionen von Kirche und Gesellschaft, die Leitbilder für tatsächliche Politik sein können“.

Umgekehrt hüten sich die Vertreter der Kirchen, den Politikern Rezepte an die Hand zu geben, mit denen sie die Probleme lösen können. Sie vermeiden Ansprüche, nutzen aber die Gelegenheit, um die ethischen Maßstäbe in Erinnerung zu bringen – für Schwache, Behinderte, Arbeitslose, Fremde. Politisch war dieser Ökumenische Kirchentag in der Tat ein Ereignis – auch wenn das eine oder andere Thema nicht im Mittelpunkt stand. Vielleicht ist die Losung auch für die Politiker zu einem Segen geworden, wenn sie erkennen, dass die Menschen im Lande sachliche Auseinandersetzungen, gute Informationen und Erläuterungen wünschen, auf denen dann Entscheidungen zugunsten des Bürgers gefällt werden können.

Autor: K. Rüdiger Durth
Quelle: Rheinischer Merkur
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[Foto: Martin Walser]
Der Schriftsteller Martin Walser nahm an einer Gesprächsrunde zum Thema Christentum teil.


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[Foto: Plakatwerbung des Ökumenischen Kirchentages]
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[Grafik: Sondermarke des Ökumenischen Kirchentages]
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[Foto: Programmheft des Ökumenischen Kirchentages]
720 Seiten umfasste allein das Programm des ÖKT. Lesen kannst du es auf der Webseite des Ökumenischen Kirchen- tages.



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Insgesamt fuhren 25 Lernende oder Lehrende des ÖG nach Berlin. Davon sind 20 Schülerinnen, drei Schüler und zwei Lehrer.
Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


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