ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
[Quicklinks links ausrichten Quicklinks zentriert ausrichten Quicklinks rechts ausrichten Quicklinks ausblenden ]  Quicklinks:  Startseite · Tagesberichte · Hintergrund · Barrierefreiheit · Sitemap · Impressum

Überblicken


Einstellen

Schriftgröße:
ABCKlein
ABCNormal
ABCGroß
ABCSehr groß

Shortcuts anzeigen (Informationen).

Barrierefreie Version dieser Webseite aktivieren (Informationen).



Korrespondieren

Bei Fragen, Wünschen oder Vorschlägen:
oekt@oegnet.de



Suchen

Wer sucht, der findet. Auf oegnet.de zum Beispiel mit der Suchmaschine Google. Einfach das Suchwort in das untenstehende Feld eingeben und auf „Suchen“ klicken.





Verstehen

[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Die Schafe sind ihren Hirten in Sachen Ökumene weit voraus.



Lesen

In der Rubrik Bücher stellen wir Literatur zu Ökumene, Kirchentag und Religion allgemein vor.



Betrachten

[Foto: Der diesjährige Kirchentag wurde am Brandenburger Tor eröffnet]
Der diesjährige Kirchentag wurde am und ums Brandenburger Tor mit einem Gottesdienst eröffnet. Zu dem anschließenden „Abend der Begegnung“ fanden sich Unter den Linden 400.000 Menschen ein.



Zurückblicken

Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5551 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 7.997.952 Minuten (das sind 133.299 Stunden).




Presse15. 8. 2018
Gerd-Show auf dem Kirchentag

Der Auftritt des Kanzlers gleicht dem eines Popstars. Umringt von Fotografen und Bodyguards betritt Gerhard Schröder am Donnerstagabend die mit 2000 Menschen gefüllte Messehalle. Auf der Bühne spielt die christliche Band „Crushhead“ laute Rockmusik. Schröder betritt energisch und lachend die Bühne, reicht dem Sänger die Hand, lässt sich von ihm umarmen. Schröder strahlt.

Vierzehnjährige Mädchen aus Offenburg, die in Berlin ihre Konfirmation feiern, und jetzt in der ersten Reihe sitzen, rufen „Gerd, Gerd, Gerhard!“ Ihre Stimmen überschlagen sich: „Ist der süß!“ Sie winken. Und Schröder winkt zurück. Gerd-Show. Nach dem Jubel zum Thema: Europas Zukunft. Sechs junge Europäer wollen mit dem deutschen Bundeskanzler über Europas künftiges Gesicht sprechen.

Ein dankbares Thema für den Politprofi. Ein weites Feld. Schröder zieht sein Jackett aus. Lächelt ausdauernd. Und verkündet seine Vision eines geeinten Europas, für deren Vortrag ihn das junge Publikum mit anhaltendem Applaus beschenkt: „Wir haben die unglaubliche Chance, nach dem letzten blutigen Jahrhundert Europa zu einem Ort von dauerhaftem Frieden zu gestalten – die Zeit der Feindseligkeiten ist vorbei.“

Freiheit. Gleichheit. Brüderlichkeit. Für diese Werte müssten die Europäer gemeinsam kämpfen, sagt Schröder. Aber gibt es wirklich eine Wertegemeinschaft in Europa oder sei das bloß eine Idee, fragt die Französin Catherine Barneoud. Sie sagt, sie beobachte eine wachsende Fremdenfeindlichkeit in ganz Europa. Schröder versucht die Bedenken mit einfachen Sätzen zu zerstreuen: Mit den Grenzen verschwindet die Feindlichkeit. Polizei und Justiz stellen sich entschlossen den glatzköpfigen Männern entgegen, die meinen, mit Knüppeln „ausländerfreie Zonen“ schaffen zu können. Schröder appelliert auch an die Zivilcourage der Bürger: „Wir müssen eine Kultur des Hinschauens entwickeln, dürfen Fremdenfeindlichkeit nicht dulden.“ Viel Applaus dafür. Schröder legt nach: „Mit Europa wird es vorangehen, wenn sich Frankreich und Deutschland einig sind, dass es voran geht.“ Applaus. Der polnische Diskussionsteilnehmer Dariusz Bruncz blickt ihn aber irritiert an. Einen Augenblick lang blitzt die Sorge vor den alten europäischen Großmächten auf. Schröder beschwichtigt: „Ich verspreche, Deutschland wird am meisten tun, um die Polen und die anderen Beitrittsländer zu integrieren.“ Lautstarker Applaus. Diskussionsteilnehmerin Gaby Hagmans wird später sagen: „Schröder hat ein feines Gespür für die Stimmungen der Menschen. Er greift sie auf und macht sich damit unangreifbar.“

Wirklich angreifen wollte die junge Katholikin Hagmans den Kanzler auch nicht, ihn nur zu konkreteren Aussagen bewegen. Das gelang meist nicht. Und so erzählte Schröder, dass er in Europa nicht nur einen Markt von 450 Millionen Konsumenten sehe, sondern auch einen Ort von sozialer Gerechtigkeit, der erhalten werden müsse. Und die Kultur Schröder: „Europa muss kulturell vielfältig bleiben. Wir haben in Europa eine ungeheure, fantastische Vielfalt, die es zu bewahren gilt.“

Hatte der Kanzler eingangs der Diskussion noch auf die Ideale der französischen Revolution zurückgegriffen, so zitierte er nun mit einem Augenzwinkern sogar den chinesischen Revolutionsführer Mao Tse-tung: „Lasst viele Blumen blühen!“ Vielleicht hatte Schröder Bundesaußenminister Joschka Fischers Worte vom Nachmittag gehört: „Wir werden einen ganzen Kontinent zusammenführen. Ich bin optimistisch, dass das gelingt. Es wird zwar krachen, knirschen, man wird sich gewaltige Haarbüschel ausreißen – doch am Ende strahlend vor ein erstauntes Publikum treten.“

Gründe zum Staunen gab es am Donnerstagabend nicht viele für das Publikum. Gerhard Schröder hat viel und frei gesprochen. Er hat die oberflächlichen Erwartungen erfüllt. Die Zukunft Europas: Ein dankbares Thema. Ein dankbarer Politprofi. Der sich am Ende seines Auftritts noch einmal feiern lässt, der winkt und begleitet von Rockmusik die Bühne verlässt, mit seinen Bodyguards durch einen Seitenausgang verschwindet. Die Mädchen aus Offenburg, die Mädchen aus der ersten Reihe, haben das nicht mehr gesehen. Sie haben auch nicht mehr „Gerd, Gerd, Gerhard!“ gerufen. Sie haben gerade ein paar Jungs aus Stuttgart kennen gelernt und tauschen Telefonnummern aus.

Autor: Marcel Burkhardt
Quelle: Yaez
Vorheriger ArtikelZur ArtikelübersichtNächster Artikel


Erwarten
[Foto: Margot Käßmann]
Die niedersächsische Landesbischöfin Margot Käßmann sprach über die Abendmahlsfrage.


Handeln

Hinweise und Informationen zur Barrierefreiheit dieser Webseite.



Übersehen

[Foto: Plakatwerbung des Ökumenischen Kirchentages]
Kaum zu übersehen war die Werbung für den ÖKT - aber leider nur in Berlin.



Verändern

Die letzten Änderungen wurden durchgeführt in den Rubriken Impressum, Kontakt und Startseite.



Wissen

[Grafik: Sondermarke des Ökumenischen Kirchentages]
Der Ökumenische Kirchentag bekam eine eigene Sondermarke zu 55 Cent.



Nachlesen

Alle, die eine Veranstaltung auf dem ÖKT 2003 nicht besuchen konnten oder den Text nochmal nachlesen möchten, können sich viele der Beiträge auf der offiziellen ÖKT-Webseite ansehen, herunterladen oder ausdrucken.



Ansehen

[Foto: Programmheft des Ökumenischen Kirchentages]
720 Seiten umfasste allein das Programm des ÖKT. Lesen kannst du es auf der Webseite des Ökumenischen Kirchen- tages.



Nachzählen
Insgesamt fuhren 25 Lernende oder Lehrende des ÖG nach Berlin. Davon sind 20 Schülerinnen, drei Schüler und zwei Lehrer.
Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


Leben
Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
1. Korinther 13, 7


Copyright 2003 (Jan Philipp Fiedler und Ansgar Gilster) Weitere Informationen in Impressum und Disclaimer