ÖG @ ÖKT – Das Ökumenische Gymnasium auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003
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[Grafik: Karikatur zur Ökumene]
Abendmahlsstreit im Ökumenischen Rat der Kirchen



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In der Rubrik Bücher stellen wir Literatur zu Ökumene, Kirchentag und Religion allgemein vor.



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[Foto: Lichtshow auf dem Kirchentag in Leipzig]
Gottesdienste können auch anders aussehen - wie diese Lichtshow auf dem Kirchentag in Leipzig zeigt.



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Der erste Ökumenische Kirchentag endete vor 5613 Tagen am 1. Juni 2003. Seit dem Schlussgottesdienst vergingen 8.087.363 Minuten (das sind 134.789 Stunden).




Presse16. 10. 2018
Fronleichnamsprozession auf dem Humannplatz – Der Alltag ist längst ökumenisch in Prenzlauer Berg

27. Mai 2003
Wenn am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt 200 000 Gäste zum ersten ökumenischen Kirchentag nach Berlin kommen, werden sie eine Diaspora-Stadt kennenlernen. In der Stadt mit 3,5 Millionen Einwohnern sind Christen gegenüber den Nichtchristen und Katholiken (307 000) gegenüber Protestanten (792 000) in der Minderheit. Katholisch waren in Berlin die Zuwanderer – aus Ost- und Westpreußen, aus Schlesien, aus dem Rheinland und Westfalen – es waren zumeist "kleine Leute". In den Jahren der Teilung der Stadt war es in Ost-Berlin derartig exotisch, Katholik zu sein, daß es nicht verwundert zu hören, wie gut heute das ökumenische Leben in Prenzlauer Berg klappt. Die Mitglieder der evangelischen und katholischen Gemeinden möchten aus der Diaspora-Situation gemeinsam etwas machen. Es sei ein "interessantes Pflaster", sagt Martin Rieger, der Pfarrer der im nächsten Sommer fusionierenden Gemeinden St. Augustinus und Heilige Familie, die unmittelbar am Graben des S-Bahn-Rings liegen, rechts und links der Schönhauser Allee. Beide sind imposante Backsteinkirchen im spätexpressionistischen Stil der späten zwanziger Jahre, sie sind wie die meisten katholischen Kirchen in Berlin in die Häuserfassaden der Straße eingebaut.

Im vergangenen Spätsommer fand um die in den Revolutionstagen der späten DDR berühmt gewordenen (evangelische) Gethsemanekirche herum ein ökumenisches Sommerfest statt, vor- und nachbereitet vom "Ausschuß für Ökumene und Öffentlichkeitsarbeit". Dort war zu entdecken, wie dicht die kirchliche Infrastruktur in einem Stadtquartier ist, in dem bis vor 13 Jahren alles Religiöse von Staats wegen verpönt war: Kindergärten, Senioreneinrichtungen, Pflegeheime, Gemeinderäume mit üppigen Angeboten an Kursen und Gesprächen. Sankt Martin sei regelrecht zum Schutzheiligen der Ökumene geworden, berichtet Rieger, die Laternenumzüge der Kinder werden seiner Erfahrung nach überall in den östlichen Ländern gut besucht.

Unter Laien in Prenzlauer Berg gebe es einen intensiven ökumenischen Dialog, sagt Pfarrer Rieger. Beim "ökumenischen Pilgerweg" verbringt man jeweils einen Abend in einer anderen Kirche und spricht miteinander. Es bilden sich nach Bedarf ökumenische Kirchenchöre, Musikgruppen brauchen nicht lange um Proberäume in evangelischen oder katholischen Gemeindesälen zu betteln. Das Friedensgebet der Gethsemanekirche – es stammt noch aus DDR-Zeiten und wurde vor dem Irak-Krieg wieder aktuell – soll ökumenisch werden, was bedeuten könnte, daß es weniger tagespolitisch wird. Die Pfarrer beider Konfessionen von Prenzlauer-Berg-Nord treffen sich alle zwei bis drei Monate. Er bemerke bei ihnen eine große Bereitschaft, sich im Gottesdienst, etwa bei der Verwendung von Farben und Symbolen, an die katholische Praxis anzupassen, sagt Rieger.

Vor dem Beginn des ökumenischen Kirchentags richtete sich das sportliche Interesse der Öffentlichkeit auf zwei Fragen: Schaffen es die Kirchen, bei den Berlinern genügend Privatunterkünfte zu bekommen? Die Betten sind beschafft, es bleibt die Mutprobe: Wer wagt gegen den Wunsch des Papstes und des Kardinals eine gemeinsame Eucharistiefeier? St. Augustinus und Heilige Familie werden sich an solchen Aktionen nicht beteiligen. Sie werden allerdings den ganzen Tag über für Besucher offen sein, was sonst nur mittags und abends möglich ist. Pfarrer Rieger vertritt eine "ehrliche Ökumene", eine, die Unterschiede klar benennt, Vereinnahmungen vermeidet und Andersgläubigkeit achtet. Eine emotionale Ökumene im Sinne von "Wir sind doch alle Christen" ist nicht seine Sache.

Am Ende der neunziger Jahre beschäftigte sich der Soziologe Detlef Pollack aus Frankfurt (Oder) mit dem Erzbistum Berlin. In seiner kirchensoziologischen Untersuchung arbeitete er drei Beobachtungen heraus: äußere Stabilität, innere Erosion in den Bezirken, die früher zur DDR gehörten, und eine "auffällig geringe Attraktivität nach außen". Das Bild hat sich seither verändert. In gewissen Kreisen gehört ein Interesse an katholischen Dingen inzwischen dazu; "catholic chic" ist an die Stelle der doppelten Diaspora-Last getreten.

Zwar ist die Zahl der Katholiken seit 1997 wiederum gesunken, doch berichtet Pfarrer Rieger von 200 Zuzügen pro Monat allein in seine Gemeinde. Im ersten Quartal des Jahres 2003 ist, bei starker Fluktuation, seine Gemeinde um 500 Mitglieder auf 6000 gewachsen, in seinen ersten Monaten sind zwei Leute wieder in die katholische Kirche eingetreten, die sie zuvor verlassen hatten. Früher fanden Fronleichnamsprozessionen diskret auf dem Innenhof der Kirche statt; in diesem Jahr soll sie auf dem Platz vor der Kirche Heilige Familie stattfinden. Schließlich wird sie "der Riese vom Humannplatz" genannt.

Die Zeiten, in denen Katholiken sich als "kleine Herde in der großen Stadt" fühlen mußten, in denen regelrechter Bekennermut dazu gehörte, sich als Katholik zu erkennen zu geben, sind vorbei. Das katholische Milieu als geschützter Raum, wie es in der DDR entstanden war, zerbricht. Pfarrer Rieger arbeitet daran, ein zeitgemäßes Milieu zu etablieren, und die Zugezogenen sind genau die Leute, die ihm dabei helfen. Es sind viele gebildete, gut verdienende Menschen darunter, die bereit sind, sich zu engagieren, der Kirche einige Dienstleistungen anzubieten.

Offiziell soll die Fusion der beiden Gemeinden erst im nächsten Sommer in Kraft treten, beschleunigt durch den hohen Schuldenstand des Erzbistums. Doch unternehmen die Gemeinden schon jetzt Anstrengungen, mehr in die Öffentlichkeit zu treten, Gesprächsangebote für alle aus der Nachbarschaft zu machen. Ein "philosophisches Cafe" nach der Abendmesse am Sonntag – ein mit Bedacht gewählter Termin für Großstädter, die so das Wochenende auf dem Land verbringen und trotzdem zur Sonntagsmesse kommen können – hat mehrfach mehr als drei Dutzend Leute angezogen. Ein Lesezirkel findet einmal pro Monat statt. Es soll im nächsten Schuljahr endlich Religionsunterricht in Berliner Schulen angeboten werden, wo er bisher strikt außerhalb des Lehrplans stattfand. Pfarrer Rieger hat viel zu tun, das neue Angebot an den Schulen in Prenzlauer Berg vorzubereiten. Im September feiert St. Augustinus sein 75. Kirchweihfest. Rieger hat dazu den päpstlichen Nuntius eingeladen, der sich seit kurzem in Kreuzberg niedergelassen hat. Im ökumenischen Alltag einer Gemeinde soll auch einmal ein Vertreter katholischer Weltläufigkeit einkehren.

Autor: Mechthild Küpper
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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[Foto: Margot Käßmann]
Die niedersächsische Landesbischöfin Margot Käßmann sprach über die Abendmahlsfrage.


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[Grafik: Sondermarke des Ökumenischen Kirchentages]
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[Foto: Programmheft des Ökumenischen Kirchentages]
720 Seiten umfasste allein das Programm des ÖKT. Lesen kannst du es auf der Webseite des Ökumenischen Kirchen- tages.



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Insgesamt fuhren 25 Lernende oder Lehrende des ÖG nach Berlin. Davon sind 20 Schülerinnen, drei Schüler und zwei Lehrer.
Eine Liste mit allen Kirchentagsfahrern des ÖG findest du in der Rubrik „Die Gruppe“.


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